Jibaro Jazz
Pedro Guzmán

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Das Album Jibaro Jazz von Pedro Guzmán verbindet die drei wesentlichen Schauplätze puertoricanischer Musik: die Berge und Küsten Puerto Ricos mit der Musik der Barrios von New York
  

Pedro Guzmán - Jibaro JazzPuerto Rico spielt nicht nur in der karibischen Musikwelt eine gewichtige Rolle. Die 3,6 Millionen Insulaner bilden auch einen wichtigen Absatzmarkt für die nordamerikanische Plattenindustrie. 1,5 Millionen Puertoricaner leben allein in New York. Mit 10% sind die Puertoricaner an der Latin Community in den USA beteiligt.

Ohne die musikalische Beteiligung der Puertoricaner (auch in New York) wäre die Salsa in ihrer international bekannten Form nicht entstanden: El Gran Combo, Eddie Santiago, Yolandita Monge, Frankie Ruiz sind Puertoricaner. Ihr ethnischer Background (Afrikaner, Spanier, Taino-Indianer und Nordamerikaner) hat in Puerto Rico eine äußerst reiche Musikfolklore und Popmusik entstehen lassen: Plena, Bomba und Salsa in den stärker afrikanisch beeinflussten Küstengegenden und Seis und Aguinaldo in den zu Kolonialzeiten von Spaniern besiedelten Bergen. In dieser montanha ist die Jibaro-Musik zuhause.

Pedro Guzmán's Soloinstrument ist der Cuatro, ein für die Jibaro-Musik so typisches Saiteninstrument wie die Gitarre und das Perkussionsinstrument Güiro. Der Cuatro ist etwas kleiner als eine gewöhnliche Gitarre und besitzt eine geigenähnliche Form. Sein Klang ist dem einer Mandoline sehr ähnlich und so besitzt er auch die für Mandolinen typischen Doppelsaiten: 5 Paare, gestimmt B, E, A, D, G. Der Cuatro Puerto Ricos ist damit eines der vielen Saiteninstrumente, die nach mediterranen Vorlagen in Lateinamerika aus der Fantasie der Instrumentenbauer und Musiker heraus entstanden.

Ein ebenfalls Cuatro genanntes viel kleineres viersaitiges Instrument in Venezuela ist mit dem Cuatro der Jibaros nicht identisch. Die Jibaros haben ihrerseits mit Tres (größer als der Cuatro, gitarrenähnlich), Tiple (auch Tiple requinto, eine Art Miniaturgitarre) und Bordunua (tief klingende große Gitarrenart) eine perfekte Kombination von Alto über Tenor bis hin zu Bassstimmen. Das Zusammenspiel von Saiteninstrumenten verschiedener Größen und Klangfarben ist eine der Grundformen lateinamerikanischer Instrumentalmusik. Regional unterschiedlich kommen lokale Perkussionsinstrumente hinzu.

In Pedro Guzmán's Jibaro Jazz finden sich erstaunliche Parallelen zur Choro-Musik Rio de Janeiros, die um 1871 entstand und noch heute lebendig ist: der Cuatro als Melodiestimme, begleitet von Harmonien und kontrapunktierender Bassstimme sowie ein konstanter Rhythmus-Teppich. Wie im Choro (und im Jazz) ermöglicht diese Begleitung solistische Variationen und Improvisationen des musikalischen Themas. Pedro Guzmán geht aber noch einen Schritt weiter als seine brasilianischen Kollegen, indem er sich harmonisch Eigenarten des Jazz zunutze macht und nicht variiert, sondern improvisiert.

Dabei spielt der puertoricanische Seis eine große Rolle, dessen Herkunft ungeklärt ist. Man geht aber davon aus, dass bei seiner Entstehung eine semi-religiöse iberische Liedform der Kolonialzeit Pate gestanden habe, wobei die afrikanische Perkussion den Rhythmus modifizierte. Unter Seis versteht man heute in der Jibaro-Kultur eine Familie von Tänzen und Liedern, die je nach Region, Form und Anbindung an bestimmte Ereignisse unterschiedliche Ausprägungen haben.

Jibaro Jazz ist trotz seiner 'hörbaren' Wurzeln in der puertoricanischen Folklore eine Novität im karibischen Raum - Pedro Guzmán ein bemerkenswerter Solist einer uns unbekannten Gitarrenspezies, dem Cuatro.

Claus Schreiner
  

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