"AfroLusAmérica"
Popmusic From Lusophone Africa & Brazil

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Afrolusam³rica - Popmusic From Lusophone Africa & BrazilMit unserer Produktionen Conspiração Baiana, MuzAngola und Cesaria hatten wir bereits 1995 den Startschuß für eine neue Veröffentlichungsreihe unter dem Thema AFROLUSAMERICA gegeben. Jetzt gibt es eine 75 Minuten lange Edition gleichen Namens, - eine exclusive Zusammenstellung von Popmusik aus den ehemaligen portugieschen Kolonien Capverde, Angola, Guinea Bissau, Sao Tome & Principe, Mocambique und Brasilien. Sie stellt bekannte Künstler und Gruppen aus diesen Regionen, vielfältige Rhythmen und Klänge vor.

Ausführliche Informationen über die Regionen, die Künstler, die Musik und Liedtexte runden das Bild dieser einzigartigen Edition ab, die zwischen Ethnobeats und modernen Poparrangements ein breites Spektrum afrikanischer und afrobrasilianischer Popmusik gleicher Sprache anbietet.

Afrolusamérica ist die Welt, die die Portugiesen seit ihrer Entdeckung der Kapverdischen Inseln um 1460 in Afrika und Südamerika in ihren Besitz nahmen und erst viele Jahrhunderte später wieder verloren. Es ist eine Welt, die durch eine gemeinsame Sprache verbunden ist. So sehr sich Schicksal und Geschichte der afrikanischen Völker von dem der Afrobrasilianer unterscheiden mögen, so zahlreich sind doch die Querverbindungen in Vergangenheit und Gegenwart, die die Afrikaner und die Brasilianer miteinander - gelegentlich auf dem Weg über Portugal - verbindet. Das betrifft über den Bereich der Musik hinaus auch sprachliche und rituelle Bereiche.

Im Vergleich zu Brasilien hatten die Luso-Afrikaner bisher kaum Möglichkeiten, ihre Popmusik international zu plazieren, da ja selbst die Produktion für den heimischen Markt in den Anfängen steckt und oft genug über Lissabon abgewickelt wird. So ist denkbar warum die Música Popular Brasileira mit ihren tausend Facetten und international erfolgreichen Künstlern in Angola oder Mindelo mehr Eindruck machte, als angolanische Musik in Rio.

Dieses Album will weder dokumentieren noch repräsentieren. Für eine Dokumentation würde eine CD für soviele Regionen einfach nicht ausreichen, es sei denn, sie wollte nur winzige Ausschnitte zeigen. Wollte dies Album repräsentativ für die aktuellen Popmärkte der Länder sein, wäre der Hörer schnell erschöpft vom einander oft gleichen Einerlei schneller Upbeat-Nummern nach Hausmannsart.
Dieses Album möchte mit 20 Liedern vielmehr einen Eindruck von der Vielfalt zeitgenössischer Popmusik Afrolusamericas vermitteln, mit vielen aber längst nicht allen Nuancierungen zwischen lusitanischem und afrikanischem, zwischen afrikanischem und afrobrasilianischem. Die Beiträge aus Brasilien wurden mit Absicht unter dem Aspekt direkter Bezüge und Begegnungen der Künstler mit Afrika ausgewählt, weil mir dies der Bedeutung Afrikas auch in der MPB angemessen erschien.

In seiner Einführung in die afrolusitanische Welt schreibt Michael Kegler um Booklet u.a.: " ...doch selbst in Salvador, der afrikanischsten aller brasilianischen Städte, weiß man weit weniger über das tatsächliche Afrika, als etwa in Portugal. Dessen Hauptstadt Lissabon ist heute eine sehr stark von Afrika geprägte Stadt - neben Paris und London. In Afrika dagegen, vor allem in den hier vorgestellten Ländern, weiß man sehr genau, was aus Brasilien kommt, was aus den gemeinsamen kulturellen Wurzeln geworden ist."

Lissabon ist in vielen Biografien der hier vorgestellten Künstler eine sehr wesentliche Station. Sie kamen aus den ehemaligen Kolonien zum Teil noch nicht einmal als Musikern, sondern als Tänzer oder Sportler. An der Seite der Portugiesen protestierten sie in Sechzigern und frühen Siebzigern gegen die faschistische Diktatur. Ohne ihre Mitwirkung, so Michael Kegler, hätte sie nie besiegt werden können.

In Lissabon (später auch in Paris, Amsterdam und Kopenhagen) trafen die Künstler der ehem.afrikanischen Kolonien aufeinander, es gab einen lebhaften Kulturaustausch in gemeinsamen Projekten und Bands. Als Cesaria Evora letztens in Deutschland war, war sie ganz erstaunt zu hören, daß ein alter Freund von ihr und ihren Musikern, der Angolaner VumVum Kamusasadi jetzt in Deutschland (Stuttgart) lebt. Und als wir den Angolaner Derito in Lissabon um einen Titel für diese CD baten, rief der erst einmal VumVum an, um zu erfahren, was wir denn so für Leute wären. Aus Dänemark schickte uns ein junger Musiker aus Guinea-Bissau seine erste CD Nation, die in Frankreich erschienen war. Auch dies war eine überraschende Neuentdeckung für uns, sodaß Tchando auch auf die CD kam.

Die CD birgt Überraschungen. Von den Kapverden präsentieren wir zwar die Legende Bana aber gleichzeitig auch den sehr modernen Ney Machado und die sehr afrikanisch orienten Finaçon Musiker. Angola ist mit VumVum, dem Weltstar Filipe Mukenga, dem Altmeister Kituxi, Ne Goncalves und Derito vertreten, wobei Derito wundervoll im brasilianischen Samba-Choro Rhythmus swingt.

Aus Guinea Bissau sind die dortigen Stars Tabanka Djaz , N'Kassa Cobra und Netos do N'Gumbe neben dem in Dänemark lebenden Tchando vertreten. Aus Mocambique sind die berühmten Marrabentas und Pedro Ben dabei, aus São Tomé kommt Pepe Lima. Der Brasilianer Martinho Da Vila singt zusammen mit dem Angolaner Bonga, Maria Bethania mit dem südafrikanischen Chor LADYSMITH BLACK MOMBAZO, Raimundo Sodré mit dem Senegalesen Ba Mamour, Gilberto Gil nahm sein Balafon nach seiner ersten Afrika Reise auf und Lazzo läßt es im bahianischen Feeling gut angehen.