"Mondo Erotica!"
Jun Miyake

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Jun Miyake - Mondo Erotica!Die zehn Stücke der CD "Mondo Erotica!" bilden ein eigenes Klanguniversum, in dem indische Tablas, blubbernde Synthesizer, jazzige Bläserphrasen, französicher Gesang und schmalzige Streicher umeinander kreisen und wie helle Sonnen aufleuchten. Überraschend unkonventionell wie oft bei modernen japanischen Kreationen, beweist Jun Miyake in den zehn Stücken wie gekonnt er die verschiedenartigsten Instrumente und Musikstile miteinander zu kombinieren vermag. Als Werbekomponist hat er diese Offenheit den Klängen gegenüber, damit der Kunde genau die Musik bekommt, die er sich wünscht, ganz egal woher die Klänge kommen. In den hauptsächlich französischen Texten erzählt der Japaner von erotischen Träumen "Mes mains cheminent sur tes rondeurs...hun...hun" und zeigt wie Erotik klingen kann, so vielfältig wie die menschlichen Phantasien, von ganz zart bis wild und skurril "Ma cage équippée il en a la clé Ooo Oooo....". Die französische Sprache bildet ein ganz eigenes Element, ist sie doch ein erotisches Klischee par excellence. Zwischen Moulin Rouge, Brigitte Bardot, Marquis de Sade und Haute Couture ersteht eine eigene Welt.

Den einzelnen Kompositionen entströhmt eine wohltuende Schwülstigkeit, jenseits jeder Peinlichkeit. Man kann diese Musik abends in der Bar hören oder beim Liebe machen. Jun Miyakes tantrisches Klangkompendium ist wie ein 50minütiger akustischer Werbespot für Erotik und Sinnlichkeit.

Besonders in Track Nr. 9 Endure kann man Jun Miyakes eigentliches Talent als Trompeter bewundern, ähnlich wie in Track Nr. 7 Elfin, wo sein Flügelhornspiel wunderschön von einer imaginären Stimme untermalt wird. Diese imaginäre, stöhnende weibliche Stimme erinnert an die ersten Platte von Enigma, auf der sakrale Elemente, z.B. gregorianische Gesänge, mit erotischen Elementen, z.B. dem Stöhnen einer weiblichen Stimme kombiniert wurden. Auch bei Jun Miyake gibt es die Begegnung dieser beiden Welten des Sakralen und Erotischen: In Track Nr.10 wird Franz Schuberts Ave Maria skurril verdreht als Adaptation für E-Piano (Fender Rhodes) interpretiert... Track Nr 2 Flesh for Eve kombiniert Miyakes Flügelhornspiel mit Mönchschören, Harfenklängen und einer ätherischen weiblichen Stimme. Am besten beschreibt jedoch Track Nr.3 Sus-pecte die erotischen Qualitäten der CD "Mondo Erotica!", denn dieses Stück ist ein langer, in Klänge verwandelter Zungenkuss. Ein männliche und eine weibliche Stimme schweben zwischen zarten Streichern, verzerrter E-Gitarre und herzschlagähnlichen Samples. Mit Bandoneon und Accordeon untermalt Miyake die Geschichte vom Kanarienvogel im Käfig und dem Schlüssel zu diesem Käfig in Track Nr.4 La Clé
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"Erotische Schwülstigkeiten auf höchstem Niveau" bol.de

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Rezensionen und Reviews

"Jun Miyake sei die Quintessenz aus Kurt Weill und Monk, aus Nino Rota und Tom Waits, aus Sun Ra und Leonard Cohen und noch ein paar weiteren disparaten Helden der Musik des 20. Jahrhunderts, schreibt der berühmte Musikproduzent Hal Willner in einer freundlichen Note zur Platte "Mondo Erotica" des Trompeters Jun Miyake. Ob das genug oder zuviel der Ehre ist, muss uns hier nicht interessieren; das Raffinement, mit dem Miyake Klänge mischt und musikalische Assoziationsräume öffnet, ist allerdings unerhört. Miyake ist Anfang 40, hat in Berklee Jazz studiert und sich anschließend wieder nach Tokyo verfügt. Dort war er als Werbefilmkomponist sehr erfolgreich, doch er hat sich dem Kommerz nicht mit Haut und Haaren an den Hals geschmissen. Sein Umgang mit Instrumenten ist absolut eigen; auf "Mondo Erotica" setzt Yun Miyake Harfe und Bassklarinette ein, dazu eine sexy Wah-wah-Gitarre, Tablas, laszive Stimmen, die dem Erotischen des Titels weiß Gott alle Ehre machen, dazu eine Percussionsspur aus knalligen Bartók-Pizzicati, bei denen die Saiten gegen das Griffbrett fetzen, ein etwas schwelgerisches Klavier, allerhand merkwürdige Sounds, und natürlich seine Trompete. Miyakes Kunst offenbart sich auch darin, dass einem der Zusammenklang dieser heterogenen Instrumente ganz natürlich erscheint.

Seine japanischen CD-Veröffentlichungen sind hier zu Lande leider kaum zu bekommen. Ermutigt durch den bescheidenen Anfangserfolg mit "Mondo Erotica" wird der deutsche Vertrieb Tropical Music in vier Wochen nun auch die vorletzte Miyake-CD bei uns rausbringen, "Innocent Bossa". Die Unschuld ist dabei auf Seiten des Trompeters, der freimütig zugibt, von brasilianischer Musik kaum Ahnung zu haben. Sein Partner, der Sänger und Gitarrist Arto Lindsay, kennt sich dafür umso besser aus. Lindsay singt fließend portugiesisch und liebt es bekanntlich, die sanftesten Brasilianismen mit den Sounds seiner schepprigen Noise-Gitarre zu verbinden. "
Tom R Schulz NDR

"Klar, dass dabei Erinnerungen an einige Arbeiten von Ryuchi Sakamoto und Arto Lindsay wach werden. Mit Mondo Erotica befindet sich Miyake hörbar in einer ähnlichen Klangästhetik, ohne dabei ein Jota seine Konzeptes preiszugeben."
WOM Journal

Edel-Avantgarde, Überraschung, Überraschung! Ich kenne derzeit keine Scheibe, die derart virtuos die unterschiedlichsten Stilrichtungen miteinander verbindet. Avantgarde Jazz, Gregorianik, Trip Hop, Chanson, Lateinamerikanische oder orientalische Folklore - der Japaner Jun Miyake mixt das alles so unglaublich geschmackssicher, daß man aus dem Staunen nicht herauskommt, zumal die Aufnahmetechnik obendrein exquisit ist. Wer Can, Tom Waits, Marc Ribot, David Sylvian, Goldfrapp, Jan Garbarek oder Markus Stockhausen mag, sollte in diese Edel-Scheibe unbedingt reinhören. Nur für Leute mit Schubladendenken rät der Kritiker: Vorsicht, diese Platte gefährdet Ihr Weltbild!
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